Politischer Parallelismus in der digitalen Sphäre: Verweise auf Medien durch politische AkteurInnen in Österreich

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.15203/4234.vol55.2026

Abstract

 

Diese Studie untersucht politischen Parallelismus im digitalen Raum durch die Analyse des Nachrichtenverbreitungsverhaltens politischer Parteiakteure auf Twitter in Österreich. Ausgehend vom Konzept des politischen Parallelismus, untersuche ich, ob diese Ausrichtung auch im Kontext sozialer Netzwerkplattformen besteht. Anhand von Twitter-Daten, die während der Kampagnen zur Europawahl und zur österreichischen Nationalratswahl 2019 gesammelt wurden, sowie mittels Umfragedaten der Austrian National Election Study (AUTNES) wird analysiert, auf welche Medien politische Akteure verweisen und wie ideologische Nähe diese Verweise beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass politische Akteure häufiger Nachrichten jener Medien verbreiten, deren Leserschaft ideologisch mit der Position ihrer Partei übereinstimmt, wodurch die Übertragung traditioneller Formen des politischen Parallelismus auf digitale Medienumgebungen bestätigt wird. Darüber hinaus verdeutlichen die Ergebnisse entgegen den Erwartungen, dass rechtspopulistische, nationalistische Parteien Medienverweise nicht notwendigerweise selektiver nutzen als Mainstream-Parteien. Schließlich deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Akteure der politischen Parteien Medienverweise als ‘opportune witnesses’ nutzen, um gezielt jene Informationen hervorzuheben, die mit ihrer politischen Haltung im Einklang stehen. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung des politischen Parallelismus für politische Informationsumgebungen und haben Implikationen für die Publikumsbeteiligung von Medien im digitalen Raum.

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Veröffentlicht

2026-03-09

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Rubrik

Forschungsartikel